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1986 Wie alles begann ...

Seit 23. Juni 1986 war ich als Frau der 1. Stunde bei Radio Schleswig-Holstein, Kiel, als Regionalvertreterin, Bereich Hamburg, für den Verkauf der Werbezeiten tätig und habe meinen gesamten Kundenstamm, den ich mir in 20 Jahren Verkaufstätigkeit, u.a. bei SWISSAIR und den Gelben Seiten, aufgebaut hatte, eingebracht. Nach einem fast übermenschlichen Arbeitseinsatz für RSH, bedingt durch den großen Erfolg des Senders, kündigte RSH mir nach knapp einem Jahr - im Mai 1987 - meine Vertretung ohne Begründung und verweigerte fortan mit richterlicher Hilfe einen Großteil meiner Provisionen, Schadensersatz für die (angebliche) Vernichtung von ca. 70 % meiner Aufträge sowie die mir lt. Handelsvertretergesetz zustehende Abfindung. 

Radio Schleswig-Holstein hat niemals über eine Vertragsauflösung verhandelt, sondern ausschließlich auf meinen Wunsch fand am 14. Juli 1987 ein Gespräch mit der Geschäftsleitung, u.a. Donald P.T. McLoughlin, statt, in dem man mir versprach, sich nicht "krümelig" zeigen zu wollen. Tatsächlich verweigert RSH mir bis heute die zur Bezifferung meiner Forderung notwendigen Unterlagen.

Nachdem ich beim Landgericht Kiel vor den Handelsrichtern Schiller und Capelle trotz heftiger Prozeßverschleppung durch den Landrichter Mohr keine Mühe hatte, den Prozeß zu gewinnen, erlebte ich beim OLG Schleswig Erstaunliches: 
Während der Gerichtsverhandlung am 30.  März 1993 bemerkte Richter Waßmuth vom 14. Zivilsenat am OLG Schleswig, „daß es nicht darauf ankäme, was der Vertrag hergibt, sondern wie es gemeint war“ und erkannte dieses dann auch nicht an.  Hierzu meine Anmerkungen: „Wie es gemeint war ...“ 

A-1.)
Gemeint war bei dem am 19. März 1986 stattgefundenen Gespräch und bei Vertragsunter-zeichnung, daß RSH durch mich eine langfristige Vertretung bei den Regionalkunden im Hamburger Raum herzustellen beabsichtigte, was mir auch wiederholt während der Vertragslaufzeit von den zuständigen Herren, Gerold Bohlen und Klaus Schmidt-Ulm, versichert worden war.
Tatsächlich hat RSH den Vertrag nach nur knapp einem Jahr ohne Begründung gekündigt.
 

Tatsächliche Vertragsverhandlungen haben nicht stattgefunden, sondern der damalige Verkaufsleiter Gerold Bohlen schrieb mir zwischen März und Juni 1986 einige Male, daß der Vertrag noch von den Anwälten ausgearbeitet würde und ich mich bitte gedulden möge. Am 23. Juni 1986 fuhr ich dann zur Vertragsunterzeich-nung nach Kiel. Da ich wußte, daß der Axel Springer Verlag AG Hauptanteilseigner an Radio Schleswig-Holstein ist, meinte ich, mich  auf die im Bezirksleitervertrag und später dann im Änderungsvertrag genannten Konditionen verlassen zu können.

Sowohl der Bezirksleitervertrag vom 23.  Juni 1986 als auch der Änderungsvertrag vom 17. Oktober 1986 wurden u.a. von dem nebenamtlichen Geschäftsführer Peter Völpel unterzeichnet, der nach Auskunft der Anwalts- und Notarkammer Schleswig-Holstein, Schleswig, damals zugelassener Rechtsanwalt, Notar und Fachanwalt für Steuerrecht ist, und damals zudem Geschäftsführer der Kieler Nachrichten, Kiel, war. Als Nachfolger des am 01.10.1986 bei RSH eingetretenen und irgendwann ausgeschiedenen Geschäftsführers Donald P.T. McLoughlin, war Herr Völpel ein paar Jahre lang - auch während dieses Prozesses - hauptamtlicher Geschäftsführer bei RSH.

Weiter wurden der Bezirksleitervertrag von Dr. Klaus Schmidt-Ulm sowie Bezirksleitervertrag und Änderungsvertrag von Ulrich Wachholtz unter-schrieben, der nebenamtlicher Geschäftsführer bei RSH und hauptamtlicher Geschäftsführer beim Holsteini-schen Courier war.
 
A-2.)
Gemeint war, daß RSH vor Sendebeginn eine Hamburger Regionalvertretung mit einem für diese Tätigkeit normalen Provisionssatz von 14 % dringendst benötigte, da bei Vertragsunterzeichnung mit mir am 23.06.1986 nur ca. 26 Aufträge insgesamt vorlagen (siehe Auftragseingangsbuch 1986).
Tatsächlich war RSH jedoch weder bereit, ihrer sich selbst gestellten Aufgabe, den regionalen Werbekunden zu befriedigen, nachzukommen, noch die relativ hohe Regionalvertreterprovision zu bezahlen, und dieses bei Werbeeinnahmen, die alle Erwartungen bei weitem übertrafen (siehe weiter unten).
 

A-3.)
Gemeint war, daß der RSH-Marketingleiter Gerold Bohlen mir vor Vertragsunterzeichnung am 23.6.86 „jede Menge“ Anfragen angekündigt hatte.
Tatsächlich wurde mir nach Vertragsunter-zeichnung am 23.6.86, also ein paar Minuten später, erklärt, es lägen nur einige, wenige Anfragen vor, die, wie sich schnell herausstellte, mehr Neugier als Werbe-Interesse zum Hintergrund hatten. Daß eine Woche vor Sendebeginn bei RSH fast keine Aufträge vorlagen, störte mich nicht. Es bedeutete für mich, reichlich Werbeminuten für meine mir vertrauenden Kunden zur Verfügung zu haben, und daß RSH ein Erfolg werden würde, sagte mir meine Hamburger Marktkenntnis.
 

A-4.)
Gemeint war, daß RSH für 1986 mit Bruttowerbe-einnahmen von rd.  3 Millionen DM, für 1987 mit Bruttowerbeeinnahmen von rd.   5 Millionen DM, für 1988 mit Bruttowerbeeinnahmen von rd. 10 Millionen DM und einem Einpendeln der Jahreseinnahmen bei 12 bis 13 Millionen DM rechnete. Somit war die Vertragsunterzeichnung mit mir für RSH ein reiner Glücksfall, da ich durch meine über 20-jährige Marketing- und Verkaufstätigkeit in Hamburg mit den Hamburger Firmen mehr als vertraut war und außerdem ca. 1.000 potente Firmenkunden - nicht Adressen ! - in meiner Verkaufskartei hatte. Hinzu kam, daß die großen Werbeagenturen für die Plazierung und Produktion ihrer Werbespots eine viel längere Vorlaufzeit hatten, während die Werbespots meiner Regionalkunden innerhalb von wenigen Tagen, manchmal nur Stunden, produziert wurden.
Tatsächlich hat RSH in der ersten Woche seines Bestehens bereits soviel Umsatz erreicht, wie RSH für die kommenden sechs Monate eingeplant hatte. 

Tatsächlich wurden 1986 durch meine Mithilfe bei Ausbuchung ca. 12 Millionen eingenommen.
Tatsächlich wurden 1987 durch meine Mithilfe bei Ausbuchung ca. 42 Millionen eingenommen.
Tatsächlich wurden 1988 durch meine Mithilfe bei Ausbuchung ca. 70 Millionen eingenommen.

Trotz dieser vorgenannten Einnahmen, welche weit höher waren, als RSH sie erhofft hatte, zahlte RSH an mich tatsächlich für jedes Jahr konstant ca.  DM 85.000,-- Provision, obwohl es sich hier um einen Handelsvertretervertrag handelt und nicht um einen Angestelltenvertrag ohne Provisionsvereinbarung, das bei dem immensen Arbeitsanfall normalerweise mit einem besonderen Bonus belohnt worden wäre.

Für jedermann in der Werbebranche Tätigen ist völlig verständlich, daß Aufträge für den Zeitraum 1986 - 1988 innerhalb eines Jahres geworben werden mußten, denn die Aufträge für 1986 mußten sofort gebracht werden, weshalb RSH eine im Markt eingeführte Regional-vertreterin dringendst benötigte. Die Aufträge für 1987 mußten ab ca.  August/September 1986 und die Aufträge für 1988 im ersten Halbjahr 1987 akquiriert werden. Dieses sind in der Werbebranche normale Buchungszeiten, denn wer zuerst kommt, sichert sich bekanntlich die besten Werbezeiten.

A-5.)
Gemeint war, daß „nach Ablauf des ersten Vertrags-jahres die Parteien über den Umfang des Akquisitionsgeschäftes sowie über die Provisionsregelung neu verhandeln werden“. Siehe Bezirksleitervertrag § 7 Absatz 3 (Anhang A):
Tatsächlich hat der am 01.  Juli 1986 bei RSH eingetretene Verkaufsleiter Karl-Heinz Hörhammer jedoch ein paar Tage nach Sendebeginn, am 15.07.1986, als sich herausstellte, daß RSH ein Erfolg werden würde, sofort daran gedacht, mir die Provision zu kürzen, wobei nun nicht mehr der, wie man mir gesagt hatte, immerhin durch von RSH beauftragte Juristen ausgearbeitete Vertrag Gültigkeit haben sollte, und in dem klar und eindeutig unter § 10 Absatz 2 steht: „Änderungen oder Ergänzungen des Vertragswerkes sollen erst mit ihrer schriftlichen Bestätigung verbindlich werden. Auf Seiten von RSH kann diese Bestätigung nur durch die Geschäftsführung erfolgen.“ (siehe Bezirksleitervertrag). Die Bestätigung erfolgte am 17. Oktober 1986 durch den Geschäftsführer, Donald P.T. McLoughlin, und war somit erst von diesem Tage an gültig.
Nur nebenbei sei erwähnt, daß Herr McLoughlin mich vor die Alternative stellte, entweder die Vertrags-änderung zu unterschreiben oder aber die Kündigung des Bezirksleitervertrages zu erhalten. 

A-6.)
Gemeint war, daß RSH lt. Bezirksleitervertrag § 7 Abs. 2 „die Provision monatlich, spätestens bis zum
5. Werktag des Folgemonats ... abrechnet“.
Tatsächlich hat RSH sich einiges einfallen lassen, um falsche Abrechnungen zu liefern, Auftrags-nummern doppelt, Rechnungsnummern doppelt und einmal sogar dreifach zu vergeben, Ringtausch von Auftrags- und Rechnungsnummern zu betreiben und Lastschriften zu erteilen, die in der Höhe die ursprünglich erteilten Gutschriften überstiegen oder aber ohne jede vorherige oder spätere Gutschrift erfolgten, sowie die monatlichen Überweisungen in der Ablage zu vergessen etc.(Anlage 7). Allein der zeitliche, materielle und physische Aufwand, sich durch diese chaotische Buchhaltung durchzu-arbeiten, müßte bei der  Abfindungs-summe besonders gewürdigt werden.

Nur nebenbei sei bemerkt, daß bei der Rechnungsprüfung im Hause RSH mehrere Rechnungen gefunden wurden, die eine Provisionsaufteilung: Röhl 2,5 %, Funk-Vision Ritschel 1,5 % zeigen. Dieses könnte die Vermutung erwecken, daß RSH die lt. meinem Vertrag an Ritschel zu zahlenden 2,5 % gar nicht weitergeleitet sondern weitere 1,0 % für sich behalten hat (Anlagen 5 a No. 1 - 8).  Dabei handelt es sich bei dem Code 07 um den Generalvertreter für die überregionalen Werbeagenturen, Funk-Vision Rüdiger Ritschel,  Hamburg, und bei dem Code 06 um mich. Ritschel bekam als Generalvertreter insgesamt 3 %, bei Provisionsteilung also 1,5 %, wie vermerkt. 

Die damalige Buchhalterin Erika Deichsel soll aus der Baubranche kommen, in der man - wie hinlänglich bekannt - weiß, wie Rechnungen verbucht werden. Demnach kann man nur vermuten, daß das Chaos in der RSH-Buchhaltung gewollt war, und man fragt sich natürlich: warum ? 

A-7.)
Gemeint war, daß RSH lt.  Bezirksleitervertrag § 4 Abs. 21 „die Aktivitäten des Partners auch durch sonstige, den Mehrverkauf fördernde Maßnahmen unterstützen wird.“
Tatsächlich ging RSH sehr schnell dazu über, meinen Kunden ans Herz zu legen, eine Agentur einzuschalten, was den Mehrverkauf zwar nicht förderte, aber meine Provision um 2,5 % reduzierte.
 

A-8.)
Gemeint war, daß RSH lt. Bezirksleitervertrag § 7 Abs. 1 Stornos von Werbeaufträgen dem Partner sofort bekanntzugeben hat und lt. § 4 Abs. 2 RSH des weiteren Kopien der mit Vertragskunden geführten Korrespondenz an den Partner übersendet und den Partner unverzüglich informiert, soweit RSH ein vermitteltes Geschäft ablehnen muß. Des weiteren verlangen die RSH-Geschäftsbedingungen im Falles eines Rücktritts ein schriftliches Rücktrittsersuchen (Anlage 8).
Tatsächlich akzeptierte RSH nicht nur telefonische Stornos, sondern unterließ es auch, mich hierüber zu informieren. Ein besonders eklatanter Fall ist der 120.000,-- DM-Auftrag der Firma juka-dojo, Hamburg, den ich persönlich akquiriert hatte, und über dessen telefonische Stornierung RSH mich nicht unterrichtete und mir somit auch die Chance nahm, den Auftrag zu retten. Immerhin handelte es sich um eine Provision von ca. DM 16.800,--.
Tatsächlich hat RSH Kopien der über Werbeagenturen eingegangenen Aufträge aus meinem Vertragsgebiet an mich nicht nur NICHT übermittelt, sondern die nicht ausgeführten oder stornierten Aufträge völlig gesetzeswidrig vernichtet (siehe hierzu Schriftsatz der gegnerischen Anwälte Petersen, Becker, Ziegenbein vom 11.01.1990, Seite 6, Zu II., Anlage 4. Gerichtliche Konsequenz: keine), so daß niemals mehr nachvollzogen werden konnte und kann, welches Werbezeitenvolumen insgesamt aus meinem Vertragsgebiet bei RSH eingetroffen ist und wie hoch der Schaden wirklich ist. Dieses gesetzeswidrige Verhalten von RSH kann ganz bestimmt nicht zu meinen Lasten ausgelegt werden, sondern RSH muß sich Hochrechnungen gefallen lassen oder aber die vernichteten Unterlagen beibringen.
 

A-9.)
Gemeint war, daß der Klägerin bei der Vertrags-änderung am 17.10.1986 ein Beispiel für eine Provi-sionsabrechnung vorgelegt wurde, das bei veran-schlagten 2 Millionen DM Umsatz eine Provisions-erwartung zwischen DM 126.250,-und DM 193.750,-- in Aussicht stellte (Anlage 9), woraus ersichtlich ist, daß rückwirkende Vertragsänderung ab Juli 1986 nicht gemeint war.
Tatsächlich abgerechnet wurden aber nur ca.  DM 85.000,--. Da ich, bevor ich die RSH-Vertretung über-nommen habe, bereits mehr als das Doppelte verdient habe, hätte ich auch niemals eine Vertretung, bei der nur DM 85.000,-- bei gleichzeitiger Abdeckung aller damit verbundenen Bürokosten, wie im Bezirksleitervertrag und § 7 Abs. 3 festgelegt, zu verdienen sind, übernommen. Bei DM 85.000,-- Jahresverdienst kann man bestenfalls im Angestelltenverhältnis den Markt bearbeiten, aber niemals als Handelsvertreterin, was RSH wohl bekannt ist, da ja die Anteilseigner Verleger sind und somit die Verdienstmöglichkeiten im Medienbereich bestens kennen.
Durch meine langjährige, hervorragende Kenntnis des Hamburger Marktes wußte ich, daß aus diesem Vertragsgebiet weitaus höhere Erträge herauszuholen waren, zumal mir meine Kunden damals großes Vertrauen entgegenbrachten und somit auch einen neuen Sender buchen würden. Da ich hart arbeiten konnte und auch die Aufbauphase nicht scheute, konnte ich mich auf diesen Vertrag einlassen. Nebenbei bemerkt: es ist doch absurd zu glauben, daß ein Mensch, der eine solche Leistung vollbringt, sich dann später derartig abspeisen lassen wird, wie RSH es seit 1987 versucht.

A-10.)
Gemeint war, daß RSH als regionaler Sender Hamburger Firmenkunden zur Kieler Woche 1987 einladen wollte.
Tatsächlich wurde diese Hamburger Firmenkunden zugunsten von süddeutschen Werbekunden ausgeladen.

A-11.)
Gemeint war, daß RSH am 07. Oktober 1986 Auftragsannahmestop für 1987 wegen Ausbuchung erteilte (Anlage 10) und dieses am 09.10.1986 offiziell bekanntgegeben hat (Anlage 10).
Tatsächlich ließ RSH am 27. Oktober 1986 in der Medienfachzeitschrift A + I lauten (Anlage 14):
Es gibt noch Werbung im norddeutschen Privatfunk: Verständlicherweise wehren sich die Verantwortlichen in Hamburg, Hannover und Kiel mit Händen und Füßen gegen den Eindruck, die Werbezeit der drei privaten Hörfunkwellen Radio Schleswig-Holstein, Hamburg Radio und Radio FFN (letztere starten erst im Januar), sei bereits so gut wie ausverkauft. Eine entsprechende Meldung in der FAZ vom letzten Donnerstag hatte viele aufgeschreckt: schließlich gehen die Privaten bevorzugt mit dem Angebot hausieren, bei Ihnen könne man auch noch kurzfristig Sports unterbringen. Ufa-Chef Manfred Harnischfeger hatte sich auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Kabel und Satellit wohl zu offensichtlich über den Erfolg der Privatsender bei den Werbekunden gefreut. Festzustehen scheint: In Spitzenzeiten ist vieles voll, selbst unterm Strich sind beispielsweise bei FFN rund 75 Prozent der Werbezeit verkauft. Bei den anderen beiden
Sendern sind die Auftragsbücher ähnlich gut gefüllt. Wie das Problem gelöst werden soll, wenn „die Milchkanne voll“ ist, bleibt abzuwarten. Schließlich gibt es Gesetzte, die genaue Obergrenzen definiert haben. Und es gibt Hörer, die ein flottes Programm suchen, aber nicht nur von Werbung „betreut“ werden möchten.
Tatsächlich ließ RSH nach Vernichtung des größten Teiles meiner Aufträge am 09. März 1987 in der über-regionalen Medienfachzeitschrift Kabel & Satellit eine nur teilweise Ausbuchung des Senders für 1987 verkünden (Anlage 11). Meiner Meinung nach ein weiterer Beweis dafür, daß RSH nicht im geringsten beabsichtigte, regionale Aufträge mit höherer Provisionszahlung zu erfüllen, sondern auf überregionale Aufträge mit wesentlich geringerer Provisionszahlung ausgewichen ist. Ob und inwieweit sich die Schädigung des regionalen Werbungtreibenden auf die Rundfunklizenzvergabe an RSH - evtl. sogar rückwirkend auswirken könnte, muß unter Umständen nicht nur ein Sachverständi-gengutachten klären, sondern es müßte auch geprüft werden, in wieweit die Hamburger Werbung-treibenden noch Schadensersatz von RSH fordern können, denn diesen liegen ja immer noch die damals an RSH vergebenen und von RSH abgelehnten, stornierten oder vernichteten Aufträge vor. 
Tatsächlich hatte RSH darüberhinaus bereits am 15. September 1986 auch im Medienfachblatt text intern folgendes bekanntgegeben (Anlage 15):
„Weg von der Medien-Kleinstaaterei“ - Nielsen I-Funk-kombination der Privaten ist perfekt.
Die in text intern 67/22.8.86 angekündigte gemeinsame Verkaufsorganisation der drei norddeutschen Privat-sender RSH, Radio Hamburg und FFN ist perfekt. Die drei haben sich zu einer BGB-Gesellschaft mit dem Namen „Radio Marketing Service“ zusammengeschlossen. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Hamburg, sie wird bei der Akquisition auf die bereits tätigen Generalvertreter zurückgreifen. Im Angebot ist die „Funk-Kombi-Nord“, also das Nielsen I-Gebiet. Daneben akquiriert die Radio Marketing Service auch die Einzelbelegung auf regionaler Basis. Der Durchschnittspreis.....“
Dieses war ein ganz klarer Eingriff in mein mit Gebietsschutz versehenes Vertragsgebiet. 

Während eines Besuches im Medienarchiv der Hamburger Universität im Juni 1998 fand ich in einem Medienhandbuch von 1992 einen Hinweis, in dem es heißt, „Karl-Heinz Hörhammer - 1986 bis 1989 Verkaufsleiter bei RSH und seither Geschäftsführer bei Antenne Bayern in München - ist Mitgesellschafter an der Radio Marketing Service“. Also war obenangeführte Pressemeldung purer Eigennutz.

A-12.)
Gemeint war, daß RSH ein ordentliches Auftrags-eingangsbuch führt und nach Auftragsannahmeschluß eingegangene Aufträge auf eine Warteliste gesetzt werden können (Anlage 10).
Tatsächlich hat RSH bereits vor Auftragsannahme-schluß aus der Warteliste 14 Aufträge in das Auftragseingangsbuch übernommen, obwohl angeblich zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch keine Warteliste existierte (siehe Warteliste und Auftragseingangsbuch 1987).
Tatsächlich hat RSH 7 Aufträge disponiert, die jedoch nicht im Auftragseingangsbuch zu finden sind
(siehe: wie oben).
Tatsächlich sind 110 Aufträge aus der Warteliste nicht ins Auftragseingangsbuch übernommen worden. Was mit diesen Aufträgen geschah, liegt bis heute im Dunkeln. Unter diesen Aufträgen befand sich auch ein Auftrag für das Einkaufszentrum Hamburger Straße mit einem Volumen von rund 240.000,-- DM, der nicht vom Kunden storniert sondern von RSH abgelehnt wurde, wie mir der Center-Leiter, Herr Thomas Ludwig, damals mitteilte. T
atsächlich hat RSH nach Auftragsannahmeschluß noch 125 Aufträge angenommen, die nicht auf der Warteliste erscheinen und damit gegen das von ihr selbst verkündete Prioritätsprinzip verstoßen.

A-13.) Funkkombi-Nord
Gemeint war bei Vertragsunterzeichnung am 23.06.1986, daß RSH Radio Schleswig-Holstein am 01. Juli 1986 auf Sendung gehen sollte. Ein Jahr später, am 01.  Juli 1987, sollte ein Radio Hamburg folgen, wobei man im Juni 1986 noch nicht einmal wußte, an wen die Lizenz für ein Radio Hamburg vergeben werden würde, da die Lizenzvergabe erst am 11. August 1986 durch die HAM Hamburger Medienanstalt erfolgen sollte (Anlage 16). Aus diesem Grund wurde auch – ohne daß ich darauf Einfluß gehabt hätte - die vertragliche Vereinbarung, nach Ablauf eines Jahres über den Umfang des Akquisitionsgeschäftes sowie über die Provisionsregelung neu zu verhandeln, in den Vertrag aufgenommen.
Tatsächlich wurde aufgrund des großen Erfolges von RSH und Vergabe der Sendelizenz an RHH Radio Hamburg, mit demselben Hauptanteilseigner wie bei RSH = Axel Springer Verlag AG, der Sendebeginn von Radio Hamburg auf den 01. Januar 1987, also um ein halbes Jahr, vorverlegt und aus den Sendern Radio Schleswig-Holstein, Radio Hamburg und dem ebenfalls am 01. Januar 1987 auf Sendung gehenden Radio ffn funk + fernsehen Niedersachsen die Funk-Kombi-Nord gebildet. In der für die Werbewirtschaft herausgegebenen Zeitschrift „text intern“ wird am 10.10.1986 - also nach Auftragsannahmestop bei RSH - gemeldet, daß Radio Hamburg dann erst vermessen wurde und erst ab Mitte 1987, dem ursprünglich vorgesehenen Sendebeginn von Radio Hamburg, die volle Sendeleistung erreicht wird.
Um das Firmengebilde Funk-Kombi-Nord von der Werbezeit her überhaupt installieren zu können, mußten von jedem Sender 70 % der jeweiligen, gesamten Werbezeit abgetreten werden. Für Radio Hamburg und ffn Niedersachsen entstanden hierdurch keine Probleme, da beide Sender noch nicht in Betrieb waren. Bei RSH sah es jedoch anders aus, weil bei RSH diese abzutretende Zeit gar nicht mehr zur Verfügung stand, da RSH schon am 08.Oktober 1986 für 1987 bekannt-lich nicht nur ausgebucht sondern völlig überbucht war. Andererseits war RSH das Flaggschiff für die Funk-Kombi-Nord, die ohne den großen Erfolg von RSH gar nicht installiert worden wäre. Also mußten, um die überregionalen Aufträge hereinnehmen zu können, die regionalen Aufträge vernichtet werden, und zwar genau die 70 % der regionalen Aufträge, um die es hier geht.
Darüber hinaus schien es opportun, hauptsächlich Aufträge aus dem Hamburger Raum zu vernichten oder zu stornieren oder abzulehnen in der Hoffnung oder mit der Absicht, daß diese Firmen dann ihre Aufträge an Radio Hamburg schicken würden, womit man zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt hatte.
Dieses Verhalten ist kaufmännisch verständlich, ändert aber nichts an der Tatsache, daß RSH aus seiner Verpflichtung mir gegenüber nicht entlassen ist. Dieses insbesondere deshalb nicht, da hinter beiden Sendern derselbe Hauptanteilseigner, die Axel Springer Verlag AG, steht, die durch die Bildung der Funk-Kombi-Nord doppelt verdiente, wodurch meine Schadensersatzansprüche nur einen geringen Teil der tatsächlichen Einnahmen darstellen und sicherlich einkalkuliert wurden.
Außerdem konnte man sich durch die Vernichtung der regionalen Hamburger Aufträge auch gleichzeitig der hohen Regionalvertreter-Provision von maximal 14 % entziehen und Aufträge der nationalen Kunden hereinnehmen, die mit nur 3 % an die überregionalen Generalvertreter verprovisioniert wurden.
Gemeint war, daß mich im September 1986 der Verkaufsleiter Hörhammer beauftragte, die Funk-Kombi-Nord im Stadtbereich Hamburg zu verkaufen und mir selbstverständlich Provision in Aussicht stellte, nachdem ich bei ihm moniert hatte, daß die Aktivitäten der Funk-Kombi-Nord ein nicht zulässiger Eingriff in den Schutzbereich meines mit Gebietsschutz versehenen Vertrages sei.
Nach Aufforderung, die Funk-Kombi-Nord in Hamburg zu verkaufen, startete ich eine Werbeaktion für Radio Hamburg, die mich allein DM 600,-- an Porto kostete und die dem Interesse der Anteilseigner von RSH und Radio Hamburg sehr gelegen kam.
Tatsächlich erklärte mir der Verkaufsleiter Hörhammer ein halbes Jahr später, daß ich für die Funk-Kombi-Nord keine Provision erhalten würde. Ich bin also doppelt geschädigt worden:
1. Vergabe von 70 % der Sendezeit an die Funk-Kombi-Nord und
2. keine Provision für die von mir für die Funk-Kombi-Nord geworbenen Aufträge.
Wie ich erst Anfang Juli 1987 erfuhr, hatten die drei Sender RSH, RHH und ffn bereits im Herbst 1986 zur Vermarktung der für die Funk-Kombi-Nord reservierten Sendezeit eine eigene Firma, nämlich die RMS Radio Marketing Service GmbH & Co. KG, gegründet, die in Hamburg 36, in der Fontenay-Allee 12, ansässig war. Spätere Anschrift: Frankstr. 7, 20097 Hamburg. Während ich zu der damaligen Zeit von morgens sieben Uhr bis spät in die Nacht für RSH tätig war, um den immensen Arbeitsaufwand zu bewältigen, hat RSH es nicht einmal für notwendig erachtet, mich hierüber zu informieren ! § 86 a, 2 A HGB besagt: „Der Unternehmer schuldet dem Handelsvertreter die erforderlichen Nachrichten , z.B. (unverzüglich) von Annahme oder Ablehnung eines vermittelten Geschäfts...“
Tatsächlich wurden weder ich noch die von mir betreuten Regionalkunden von der (angeblichen) Vernichtung der Aufträge benachrichtigt. Dieses Ver-halten von RSH wurde mir von meiner Hamburger Kundschaft sehr angekreidet und hat die in 20-jähriger Tätigkeit aufgebaute, vertrauensvolle Zusammenarbeit schwer belastet. Man konnte mir nicht glauben, daß ich über die Vernichtung der Werbeaufträge nicht informiert gewesen sein soll. Darüber hinaus war noch im Hamburger Markt das Gerücht verbreitet worden, Werbezeiten bei mir zu buchen, sei teurer, als wenn man seine Aufträge an RSH direkt senden würde. Ich weise ganz besonders darauf hin, daß die Beruhigung meiner Kunden wesentlich mehr Aufwand und Zeit in Anspruch nahm, als der Verkauf der Werbezeiten.
Tatsächlich wurde dann der verbleibende Rest von einem Drittel der Gesamtsendezeit nicht vorwiegend für die regionalen Firmen reserviert, sondern auch hier konnten die überregionalen Markenartikler Sendezeit buchen, wie aus dem Auftragseingangsbuch 1987 eindeutig hervorgeht.

Um dann dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, veröffentlichte die RMS Radio Marketing Service am 27. Oktober 1986 nach Auftragsannahmeschluß, Auftragsvernichtung, ellenlanger Warteliste etc., "daß sich die Verantwortlichen ... in Kiel mit Händen und Füßen gegen den Eindruck wehren, die Werbezeit ... sei bereits so gut wie ausgebucht" (Anlage 14).

A-14.)
Gemeint war, daß der Verkaufsleiter Hörhammer mir im Februar 1987 den Werbezeitenverkauf von Radio Hamburg im Stadtgebiet Hamburg, alternativ die Übernahme eines größeren Vertretungsgebietes von RSH und zwar Stadtgebiet Hamburg plus Schleswig-Holstein bis hin zum Nord-Ostsee-Kanal antrug. Dieses war von meiner Seite nur mit Neuanmietung größerer Büroräume und Einstellung von mindestens einem/r Mitarbeiter(in) zu bewerkstelligen. Dieses wurde mit dem Verkaufsleiter besprochen, und er sagte mir, ich solle loslegen.
Tatsächlich wurde mir der Bezirksleitervertrag am 25.  Mai 1987 ohne Begründung und ohne Vorankündigung gekündigt. Ganz besonders perfide war, daß die damalige Chefsekretärin sich mehrfach bei mir erkundigte, wann genau am 25. Mai ich denn in Urlaub fahren würde, morgens oder mittags oder später? Ursprünglich hatte ich vorgesehen, in aller Frühe loszufahren, was ich der Chefsekretärin arglos erzählte. Es ergab sich dann aber so, daß die Postbotin mich gerade noch erreichte und mir den Einschreibbrief von RSH mit der Vertragskündigung übergab. Schönen Urlaub!

A-15.)
Gemeint war, daß der Vertrag mit RSH am 30.  Juni 1987 enden sollte.
Tatsächlich mußte ich jedoch bis Ende 1988 insofern für RSH weiter tätig sein, weil RSH es trotz mehrfacher Aufforderung unterließ, die Telefonbucheintragung mit meiner Telefonnummer zu korrigieren und ich deshalb immer noch die zahlreichen Anrufe für RSH entgegennehmen mußte.

 

2.6.10 16:29
 


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